Thema 2015

Behördenkommunikation im digitalen Medienumfeld. 9. bis 11. November 2015, Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr. Strausberg.

Eines der fundamentalsten Rechte in der Demokratie ist das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf Informationen, auf deren Grundlage sie sich eine eigene Meinung bilden können. Besonders für Regierung und Behörden leitet sich daraus die Pflicht ab, die komplexen Hintergründe politischer Entscheidungen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als wichtigste Vermittler zwischen Politik und Bevölkerung galten dabei bislang die klassischen Massenmedien wie Print, Hörfunk und TV: Traditionell bereiten sie Informationen verständlich und nachvollziehbar auf, interpretieren und kommentieren das Geschehen und erreichen weite Teile der Öffentlichkeit.

Aber wie wird die (mediale) Zukunft aussehen?

Seit der „digitalen Revolution“, der Ausweitung von Lebens- und Medienwelten auf das Internet und der damit einhergehenden Veränderung des Informationsverhaltens, scheinen die klassischen Medien große Teile ihres meinungsbildenden Potenzials zu verlieren. Galten sie bis vor kurzem noch als nahezu alleiniger Informationsmittler und -deuter, treten nun usergenerierte Inhalte an ihre Seite, in denen „emanzipierte Teilöffentlichkeiten“ ihrerseits Informationen weitergeben, kommentieren und kritische Diskussionen führen.

Gleichzeitig wandelt sich aber auch das Kommunikationsverhalten von Behörden und Regierung: War man bisher im Wesentlichen auf eine Top-Down-Kommunikation reduziert, haben viele Behörden inzwischen das Spektrum ihrer Kommunikationskanäle ausgeweitet. Eigene Social-Media-Auftritte mischen sich in die vielfältige Szene von Twitter, YouTube, Facebook und Blogs. Die klassische Vermittlung von Politik wird nun um die Faktoren des „Zuhörens“ und des „Antwortens“ erweitert. Dabei spielt der Umgang mit den Usern und deren Kommentaren eine zunehmend wichtige Rolle.

In dieser Situation greift die Govermedia 2015 eine Reihe wichtiger Fragen auf:

a. Wie gestalten Politik und Behörden zukünftig ihr Verhältnis zu den „traditionellen“ Medien, die (auch angesichts der enormen Geschwindigkeit des Informationsflusses) ihrerseits für eine Informationsaufbereitung immer weniger Ressourcen besitzen? Wen erreicht der öffentliche Sektor noch über diesen Weg?

b. Auf welche Rezipienten trifft Behördenkommunikation? (Wie) wird sich die „demokratische Öffentlichkeit“ unter den neuen Bedingungen konstituieren? Wird es eine neue Mitte innerhalb des Meinungsspektrums geben? Wie stark werden sich Extreme entwickeln und ferner: Welchen Einfluss, welche Sogwirkungen werden sie entfalten? Könnten sich innerhalb der „communities“ eigene, neue Sanktionsmechanismen entwickeln?

c. Wie kommunizieren Behörden „dialogisch“? Welche zusätzlichen Kanäle sind für den öffentlichen Sektor zweckmäßig, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen? Welche zusätzlichen Ressourcen werden benötigt? Wie teilt man die Ressourcen zwischen den unterschiedlichen Kanälen auf? Was sind die Kanäle der Zukunft?

d. Wie kommen Behörden ihrem Informationsauftrag nach und wie setzen sie ihre eigenen publizistischen Instrumente ein, ohne die Grenzen der Legitimität und die rechtlich vorgegebene Verpflichtung zur Interpretationsoffenheit zu verletzen? Kann/darf Behördenkommunikation in diesem Zusammenhang über „Informieren“ hinausgehen und zu einem „Verstehen“ beitragen? Wie bewältigt die Exekutive den Spagat zwischen Übermittlung von Information und Reduktion von Komplexität?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Govermedia 2015, die zwischen dem 9. und dem 11. November 2015 in Strausberg im Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr stattfinden wird.

Ein ausführliches Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie bereits jetzt auf dieser Seite. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gern jederzeit unter der Adresse kontakt@govermedia.de.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und auf Ihre Reaktionen.